ZAL

Zweckverband
Wasserver- und Abwasserentsorgung

Altenburger Land

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   
 
 
   
 
 
   
 
 
   
 
 
 
 
 
 
     
 

Kleinkläranlagen

 
 

 

Hintergrund

Mit Novellierung des Thüringer Wassergesetzes im März 2009 wurden die Aufgabenträger der Abwasserentsorgung (ZAL) aufgefordert mit Erarbeitung eines Abwasserbeseitigungskonzeptes festzulegen, welche Grundstücke in den nächsten 15 Jahren an eine zentrale Kläranlage angeschlossen werden und welche erst zu einem noch späteren Zeitpunkt oder auch nie.

Neben dem aktuellen Stand der Abwasserentsorgung wird die Anschlussgradentwicklung mit Endausblick auf Grundlage von Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen dargestellt.

Das aktuelle ABK des ZAL finden Sie hier: ABK

Anpassung an den Stand der Technik

Sofern das Abwasserbeseitigungskonzept einen Anschluss an eine kommunale Kläranlage nicht vorsieht, so ist die eigene Kläranlage an den Stand der Technik anzupassen. Stand der Technik sind vollbiologische Kleinkläranlagen. Die Anpassung erfolgt über Nachrüstung der vorhandenen Kleinkläranlage mit einer biologischen Stufe oder durch Ersatzneubau. Darüber hinaus kann die Wasserbehörde beim Landratsamt oder der Aufgabenträger (ZAL) verlangen, dass auch Kleinkläranlagen an den Stand der Technik anzupassen sind, die als Zwischenlösung bis zum Anschluss an eine kommunale Kläranlage betrieben werden soll.

Aufgrund eines schlechten Zustands des Gewässers, in das eingeleitet werden soll, oder in Wasserschutzgebieten können gegebenenfalls noch über den Stand der Technik hinausgehende Anforderungen (z.B. zusätzliche Phopshatelimination) behördlich gestellt werden.

Entsprechen vorhandene Abwassereinleitungen nicht den Anforderungen, so sind erforderliche Anpassungsmaßnahmen nach dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG), § 57 V WHG, innerhalb angemessener Fristen durchzuführen.

Sofern der Grundstückseigentümer die Anpassung (Sanierung) seiner Kleinkläranlage nicht von sich aus vornimmt, wird bei direkter Einleitung die Sanierung durch die Wasserbehörde (Landratsamt) gefordert, bei Einleitung von Abwasser in einen öffentlichen Kanal die Sanierung durch den Aufgabenträger (ZAL) angeordnet.

Warum vollbiologische Kleinkläranlagen

Nur wenige der in Thüringen vorhandenen Kleinkläranlagen reinigen das Abwasser heute nach den bundesweit geltenden gesetzlichen Vorgaben und können somit als zulässige Alternative zur zentralen Abwasserentsorgung angesehen werden.

Viele Anlagen sind undicht und verunreinigen das Grundwasser. Der bauliche Zustand stellt nicht selten eine Gefährdung für den Betreiber selber dar.

Gerade im ländlichen Raum und unter Berücksichtigung der negativen demographischen Entwicklung ist die dezentrale Abwasserentsorgung mittels vollbiologischer Kleinkläranlagen vielfach die technisch und wirtschaftlich sinnvollste Möglichkeit. Damit wird für diese Grundstücke eine Verbesserung gegenüber den bisherigen Absetz- und Ausfaulgruben erzielt.

Die derzeit im Betrieb befindlichen Absetz- und Ausfaulgruben befinden sich meist ohnehin in einem baulichen Zustand, welcher eine zeitnahe Sanierung bzw. Erneuerung ratsam erscheinen lässt.

Das Abwasser von ca. 90 % der Bürger des Verbandsgebietes wird in der Regel noch immer in veralteten Kleinkläranlagen mit unzureichender Behandlung in die Gewässer (dazu zählt auch das Grundwasser) eingeleitet. Dies führt zu einer zunehmenden Gewässerbelastung durch häusliches Abwasser. Nicht die Gewässerbelastung einer einzelnen Anlage ist somit das Problem, sondern die Belastung aus der Summe dieser unzureichenden Kleinkläranlagen.

Eine vollbiologische Kleinkläranlage besitzt gegenüber einer Absetz- und Ausfaulgrube eine biologische Reinigungsstufe. Es erfolgt also der aerobe Abbau von echt und kolloidal gelösten Schmutz- und Schwebstoffen aus dem Abwasser, Aufbau neuer Zellsubstanz und Absorbtion an Bakterienflocken. Das Gemisch aus Abwasser und Belebtschlamm wird belüftet und umgewälzt. Zusätzlich haben diese Anlagen eine Einrichtung zur Trennung von Schlamm und gereinigten Abwasser (Nachklärung).

Das Angebot an unterschiedlichen Typen ist vielfältig. Die Reinigungsleistung der vollbiologischen Kleinkläranlagen entspricht denen von kleinen biologischen Anlagen, allerdings nur wenn die Belastung gleichbleibend hoch ist und die Anlagen regelmäßig gewartet werden.

Der Freistaat Thüringen hat ein Förderprogramm aufgelegt, um die Differenz zwischen herkömmlicher Klärgrube und Vollbiologie auszugleichen. Nähere Informationen erhalten Sie unter dem Bereich Fördermittel.

Informationen des Freistaates Thüringen

 

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